Bei der Kalkulation der Kosten für Produkte/Aufträge fallen die Risikokosten oft unter den Tisch, da sie nur schwer erfasst werden können. In diesem Artikel soll gezeigt werden, welche Möglichkeiten es gibt, die Risikokosten zu kalkulieren und wann dies angebracht erscheint.
Wann ist eine Kalkulation der Risikokosten sinnvoll?

Bei Produkten, die in großen Stückzahlen gefertigt werden, bei denen die Risiken nur Einzelstücke betreffen (z. B. Reklamation vom Endkunden) hat man in der Regel relativ verlässliche Zahlen über die Gewährleistungs- und Garantiekosten vorliegen (z. B. historische Daten von ähnlichen Produkten). Diese Kosten sind dann auch mehr oder weniger konstant, was durch die hohen Stückzahlen bedingt ist. Wenn man 10.000 mal würfelt, dann kann man mit sehr großer Sicherheit sagen, dass die Summe der Augen zwischen 30.000 und 40.000 liegen wird. Wann man nur einmal würfelt, liegt die Wahrscheinlichkeit eine 3 oder 4 zu Würfeln insgesamt bei einem Drittel. Bei großen Stückzahlen sollte es leicht möglich sein, den Erwartungswert dieser Schadenssumme auch bei zukünftigen Produkten pauschal einzukalkulieren. Hier können die Risikokosten also sehr einfach über Pauschalen abgeschätzt werden, eine detaillierte Betrachtung ist oft nicht erforderlich.
Anders sieht es bei Großprojekten aus …
Fortfahren 8. Juli 2010

Risikodiagramme sind ein ideales Werkzeug um eine Risikobewertung durchzuführen und sich gleichzeitig ein grundlegendes Verständnis für das Risikomanagement anzueignen. Risikodiagramme eignen sich besonders zur Kommunikation/Visualisierung von Risikobewertungen. Mehr allgemeine Informationen zum Risikodiagramm finden sie hier. Sie können auch unsere Risikodiagramm-Excel-Vorlage nutzen.
Die Beschreibung geht an dieser Stelle davon aus, dass ein Risikodiagramm am Anfang einer Risikoanalyse, bei der Erstellung eines Risikomanagementplans erstellt wird …
Fortfahren 2. Juli 2010
“Risikograph”, “Risikolandschaft”, “Risikoportfolio”, “Risikomatrix” viele unterschiedliche Bezeichnungen, die in der Regel synonym verwendet werden. In diesem Artikel werde ich den Begriff “Risikodiagramm” verwenden.
Risikodiagramme sind ideale Werkzeuge um eine Risikobewertung durchzuführen und sich gleichzeitig ein grundlegendes Verständnis für das Risikomanagement anzueignen.
Risikodiagramme eignen sich hervorragend zur Kommunikation/Visualisierung von Risikobewertungen. Das Risikodiagramm eignet sich daher gut um im Unternehmen, aber auch Unternehmens übergreifend Risiken zu kommunizieren und eine entsprechende risikosensibel Kultur im Unternehmen zu fördern. Führende Software-Produkte besonders im Bereich Produkt-Risiken setzen auf Risikodiagramme. Im Bereich Medizinprodukte (DIN EN ISO 14971) hat sich diese Darstellung schon allgemein durchgesetzt. Risikodiagramme vermitteln auf einfache Art auch dem Risikomanagement Unerfahrenen, die wichtigsten Eigenschaften eines Risikos:
- die Auftretenswahrscheinlichkeit
- das Schadensausmaß
Anhand von Risikodiagrammen lässt sich sehr gut darstellen, wie eine Risikobewertung abläuft. Risikodiagramme lassen sich flexibel anpassen und konfigurieren um den unterschiedlichsten Zielsetzungen zu entsprechen. Besonders die Definition der Bewertungsmaßstäbe, die immer am Anfang einer Risikobewertung stehen sollte, stellt hohe Ansprüche an das Abstrakionsvermögen. Die Feinheiten bei der Konfiguration von Risikodiagrammen erfordern dagegen einiges an Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Die Definition von Risikodiagrammen im Team ermöglicht es eine gemeinsam akzeptierte Basis sowie eine gemeinsame Sprache für die Risikobewertung zu schaffen. Mittels der Risikodiagramme lässt sich diese Definition sehr anschaulich und systematisch durchführen, ohne dass sie die Anwender in ihrer Freiheit wesentlich einschränkt.Typische Fallstricke und unterschiedliche Alternativen werden hier vorgestellt.
Auch eine andere Methode, (die FMEA) ist vom Prinzip her kompatibel zu dem Risikodiagramm, wobei die FMEA als Risikomanagementmethode deutlich mehr umfasst, als die Darstellung der Risikobewertung.
Geschichte
Seit den Anfängen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Risiko, wird das Risiko immer in seine zwei Komponenten, die Auftretenswahrscheinlichkeit und das Schadensausmaß eingeteilt. Gerade weil die Einordnung von Risiken in einem zweidimensionalen Koordinatensystem so nahe liegt, existieren so viele unterschiedliche Namen: “Risikodiagramm” – “Risikograph” – “Risikolandschaft” – “Risikoportfolio”
Das Risikodiagramm ist wohl so alt wie die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema.
Grundlagen
Ein Risikodiagramm wird oft in drei Bereiche unterteilt:
- allgemein vertretbarer Bereich
- ALARP-Bereich (As Low As Reasonable Practicable)
- unvertretbarer Bereich

Dabei bezeichnet
- der allgemein vertretbare Bereich, den Bereich, in dem keine weiteren Maßnahmen zur Risikominderung notwendig sind;
- der unvertretbare Bereich, den Bereich, in dem Risiken in keinem Fall vertretbar sind;
- der ALARP-Bereich, den Bereich, in dem Risiken soweit technisch und ökonomisch möglich gemindert werden sollten. Bei Medizinprodukten kann eine Abwägung des zu erwartenden medizinischen Nutzens dazu führen, dass zunächst unvertretbare Risiken zu ALARP-Risiken werden.
In der Abbildung oben wurde jede Kategorienkombination das Schadens-Ausmaß und der Auftretens-Wahrscheinlichkeit genau einem dieser drei Bereiche zugeordnet. Diese Zuordnung ermöglicht es, dass die Einordnung einer Gefährdung in die Kategorien automatisch zur Akzeptanzbereichs-Zuordnung führt.
Diese Art der Zuordnung ist nicht immer sinnvoll möglich, sie hat aber den Vorteil der Integration verschiedener Schritte des Risikomanagements. Dadurch wird der Risikomanagement-Prozess transparenter.
Die oben beschriebene Zuordnung der Akzeptanzkriterien wird hier empfohlen, eine andere mögliche Einteilung in die drei Bereiche ist in folgender Abbildung dargestellt:

In dem folgenden Artikel wird beschrieben, wie sie ein passendes Risikodiagramm definieren.
Hier finden Sie eine Excel-Vorlage, die Sie auch bei der Definition der Kategorien unterstützt.
6. Mai 2010