Schlagwort: Risikomanagement-Framework

Risikodiagramm

“Risikograph”, “Risikolandschaft”, “Risikoportfolio”, “Risikomatrix” viele unterschiedliche Bezeichnungen, die in der Regel synonym verwendet werden. In diesem Artikel werde ich den Begriff “Risikodiagramm” verwenden.

Risikodiagramme sind ideale Werkzeuge um eine Risikobewertung durchzuführen und sich gleichzeitig ein grundlegendes Verständnis für das Risikomanagement anzueignen.

Risikodiagramme eignen sich hervorragend zur Kommunikation/Visualisierung von Risikobewertungen. Das Risikodiagramm eignet sich daher gut um im Unternehmen, aber auch Unternehmens übergreifend Risiken zu kommunizieren und eine entsprechende risikosensibel Kultur im Unternehmen zu fördern. Führende Software-Produkte besonders im Bereich Produkt-Risiken setzen auf Risikodiagramme. Im Bereich Medizinprodukte (DIN EN ISO 14971) hat sich diese Darstellung schon allgemein durchgesetzt. Risikodiagramme vermitteln auf einfache Art auch dem Risikomanagement Unerfahrenen, die wichtigsten Eigenschaften eines Risikos:

  • die Auftretenswahrscheinlichkeit
  • das Schadensausmaß

Anhand von Risikodiagrammen lässt sich sehr gut darstellen, wie eine Risikobewertung abläuft. Risikodiagramme lassen sich flexibel anpassen und konfigurieren um den unterschiedlichsten Zielsetzungen zu entsprechen. Besonders die Definition der Bewertungsmaßstäbe, die immer am Anfang einer Risikobewertung stehen sollte, stellt hohe Ansprüche an das Abstrakionsvermögen. Die Feinheiten bei der Konfiguration von Risikodiagrammen erfordern dagegen einiges an Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Die Definition von Risikodiagrammen im Team ermöglicht es eine gemeinsam akzeptierte Basis sowie eine gemeinsame Sprache für die Risikobewertung zu schaffen. Mittels der Risikodiagramme lässt sich diese Definition sehr anschaulich und systematisch durchführen, ohne dass sie die Anwender in ihrer Freiheit wesentlich einschränkt.Typische Fallstricke und unterschiedliche Alternativen werden hier vorgestellt.

Auch eine andere Methode, (die FMEA) ist vom Prinzip her kompatibel zu dem Risikodiagramm, wobei die FMEA als Risikomanagementmethode deutlich mehr umfasst, als die Darstellung der Risikobewertung.

Geschichte

Seit den Anfängen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Risiko, wird das Risiko immer in seine zwei Komponenten, die Auftretenswahrscheinlichkeit und das Schadensausmaß eingeteilt. Gerade weil die Einordnung von Risiken in einem zweidimensionalen Koordinatensystem so nahe liegt, existieren so viele unterschiedliche Namen: “Risikodiagramm” – “Risikograph” – “Risikolandschaft” – “Risikoportfolio”

Das Risikodiagramm ist wohl so alt wie die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema.

Grundlagen

Ein Risikodiagramm wird oft in drei Bereiche unterteilt:

  • allgemein vertretbarer Bereich
  • ALARP-Bereich (As Low As Reasonable Practicable)
  • unvertretbarer Bereich

Dabei bezeichnet

  • der allgemein vertretbare Bereich, den Bereich, in dem keine weiteren Maßnahmen zur Risikominderung notwendig sind;
  • der unvertretbare Bereich, den Bereich, in dem Risiken in keinem Fall vertretbar sind;
  • der ALARP-Bereich, den Bereich, in dem Risiken soweit technisch und ökonomisch möglich gemindert werden sollten. Bei Medizinprodukten kann eine Abwägung des zu erwartenden medizinischen Nutzens dazu führen, dass zunächst unvertretbare Risiken zu ALARP-Risiken werden.

In der Abbildung oben wurde jede Kategorienkombination das Schadens-Ausmaß und der Auftretens-Wahrscheinlichkeit genau einem dieser drei Bereiche zugeordnet. Diese Zuordnung ermöglicht es, dass die Einordnung einer Gefährdung in die Kategorien automatisch zur Akzeptanzbereichs-Zuordnung führt.

Diese Art der Zuordnung ist nicht immer sinnvoll möglich, sie hat aber den Vorteil der Integration verschiedener Schritte des Risikomanagements. Dadurch wird der Risikomanagement-Prozess transparenter.

Die oben beschriebene Zuordnung der Akzeptanzkriterien wird hier empfohlen, eine andere mögliche Einteilung in die drei Bereiche ist in folgender Abbildung dargestellt:

Risikodiagramm 2

In dem folgenden Artikel wird beschrieben, wie sie ein passendes Risikodiagramm definieren.

Hier finden Sie eine Excel-Vorlage, die Sie auch bei der Definition der Kategorien unterstützt.

Hinterlasse einen Kommentar 6. Mai 2010

Aktueller Gelbdruck des VDA: Reifegradabsicherung

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update: 09.03.2010: Datei steht nicht mehr zum öffentlichen Download bereit

Reifegradabsicherung von Neuteile

Reifegradabsicherung für Neuteile

Der Gelbdruck “Das gemeinsame Qualitätsmanagement in der Lieferkette - Produktentstehung, Reifegradabsicherung für Neuteile” ist der Entwurf der neusten Fassung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) vom 09.03.2009. Im Oktober 2009 wurde die endgültige Version veröffentlicht
Die Reifegradabsicherung geht von einem risikoorientierten Vorgehen bei der Produktentwicklung in der Lieferkette aus. Dabei kann die beschriebene Methodik sowohl vom OEM (Automobilhersteller) koordiniert und initiiert werden, als auch von anderen Partnern in der Wertschöpfungskette. Viele andere Industrien orientieren sich an den sehr strukturierten Vorgehensweise der Automobilindustrie, deswegen wird das hier beschriebene vorgehen allen Herstellern von Stückgütern in Serienfertigung empfohlen.

Hinterlasse einen Kommentar 5. November 2009

Nanotechnologie: CENARIOS-Zertifizierung

CENARIOS ist ein von der Innovationsgesellschaft mbH (St. Gallen) und dem TÜV SÜD entwickeltes zertifizierbares Risikomanagement- und Monitoringsystem für den Bereich Nanotechnologie.

Die Zertifizierungsgrundlage ist sehr allgemein beschrieben und orientiert sich weitgehend an Normen wie dem FERMA-Standard, ONR 49002-x und ONR 49003. Wobei diese Normen anders als z. B. die ISO 14971:2007 (Risikomanagement für Medizinprodukte) nicht speziell auf den Bereich Produktion und Produktentwicklung ausgerichtet sind, sondern allgemeiner formuliert sind. Auf die besonderen Anforderungen des Managements von Emerging-Risks wird nur relativ knapp eingegangen. Diese Abschnitte sind aber sehr interessant:

Fortfahren Hinterlasse einen Kommentar 13. Oktober 2009

Umgang mit “Emerging Risks”

Der Begriff “Emerging Risks” bezeichnet potentielle Risiken/Risikofelder, die zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht ausreichend verstanden werden. Dies betrifft insbesondere neue Technologien wie die Nanotechnologie, die Gentechnik, die Synthetische Biologie oder künstliche erzeugte elektromagnetische Felder. Bei diesen Technologien wäre es vorstellbar, dass in Zukunft neue Informationen über Langzeitfolgen oder Nebenwirkungen bekannt werden. Neben dieser Unsicherheit bieten neue Technologien auch erheblichen Nutzwert für Unternehmen und Verbraucher. Deswegen müssen Unternehmen einen Weg finden mit diesen “Emerging Risks” verantwortungsvoll umzugehen, ohne dadurch auf die Chancen der neuen Technologie zu verzichten.
Gerade kmU können keine eigenen Abteilungen unterhalten, die Grundlagenforschung betreiben um die “Emerging Risks” selbst abzuschätzen; sie müssen dabei dem Stand der Technik vertrauen. Hier liegt eigentlich auch schon der wichtigste Ansatzpunkt für einen verantwortungsvollen, vorausschauenden Umgang mit “Emerging Risks”. Eine systematische Auswertung des Stands der Technik und eine Ableitung von verschiedenen Management-Strategien soll im Folgenden beschrieben werden:

Fortfahren Hinterlasse einen Kommentar 16. September 2009

Veröffentlichung: Präsentation Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschaftskybernetik (GWS)

4/5 Dezember 2008

Downlaod Vortrag (pdf): Vortrag-GWS-Tagung-2008

rm-gws

Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialkybernetik e.V. (GWS): http://www.gws-kybernetik.org/

Hinterlasse einen Kommentar 30. Juli 2009


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AiF-Projekt

Gestaltung branchenübergreifender Risikomanagementsysteme für kmU am Beispiel der Filterbranche
AiF-Vorhaben Nr.: 15597 N / 1
Forschungsstelle:
Zentrum für Management Research der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf
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