Schlagwort: Serienfertigung
Der Analyse-Assistent unterstützt sie bei der Analyse des Risikomanagements-Profils Ihres Unternehmens. Dabei wird der Risikomanagementbedarf den vorhandenen Kompetenzen gegenübergestellt. Auf diese Weise wird Ihnen ein Überblick über die Ist-Situation gegeben und gleichzeitig mögliche Ansatzpunkte für den weiteren Aufbau der Risikomanagementkompetenz aufgezeigt. Wir empfehlen den schrittweisen Aufbau von Risikomanagementstrukturen in einzelnen Detailprojekten. Dieses Vorgehen entspricht dem “Vorgehensmodell zum Aufbau von Risikomanagementsystemen im Unternehmen“, die Details stehen Ihnen hier direkt zur Verfügung.
Das Excel-Formular für die Analyse Ihres Unternehmens können Sie hier herunterladen:
Risiko-Analyse-Assistent Excel 2007, Risiko-Analyse-Assistent-Beispiel Excel 2007
Risiko-Analyse-Assistent Excel 2003
Anhand der folgenden Screenshots wird erklärt, wie eine Analyse mit der bereitgestellten Checkliste abläuft. Zunächst wird der Risikomanagementbedarf des Unternehmens ermittelt (Blatt “Analysebogen”). Die Fragen beziehen sich besonders zu der Rolle des Unternehmens in der Wertschöpfungskette und zu der Verantwortung, die das Unternehmen in den Bereichen Produktentwicklung und Produktion übernimmt.

Der zweite Abschnitt des Analysebogens dient der Einschätzung der bereits im Unternehmen vorhandenen Risikomanagementstrukturen. Dazu werden Die aufgefordert Ihr Unternehmen getrennt nach unterschiedlichen Kompetenzbereichen einzuschätzen:

Damit ist dieser Teil der Analyse abgeschlossen und die Ergebnisse der Auswertung stehen Ihnen zur Verfügung. Dabei unterscheidet der Analyse-Assistent grundlegend nach 3 Schwerpunktbereichen:
1. Serienfertigung
2. Projektgeschäft
3. Kleinaufträge/Sonderanfertigungen
Wenn Sie ein Schwerpunktbereich besonders interessiert, dann navigieren Sie einfach über die Links oben zu dem Projektassistenten für den entsprechenden Schwerpunktbereich. Dort finden Sie eine kurze Beschreibung zu diesem Bereich sowie eine Zusammenstellung der relevanten Risikomanagement-Kompetenzen und Good-Practice-Beispiele sowie geeigneter Methoden und Werkzeugen. Generell stehen die 3 Schwerpunktbereiche für unterschiedliche Typen von Unternehmen mit jeweils spezifischen Anforderungen hinsichtlich des Risikomanagements. Jedes Unternehmen hat sein ganz individuelles Risikoprofil, das in der Regel nicht exklusiv einem der genannten drei Schwerpunktbereiche zugeordnet werden kann. Dem entspricht der Risikomanagement-Analyse-Assistent mit einer gewichteten Zuordnung zu den 3 Schwerpunktbereichen. Die folgende Grafik zeigt beispielhaft das Ergebnis der Schwerpunktzuordnung:

In einer weiteren Grafik wird der Risikomanagementbedarf dem Ist-Zustand auf der Ebene der einzelnen Risikomanagement-Kompetenzen gegenüber gestellt:

Die vollständige Liste der Risikomanagement-Kompetenzen finden Sie hier
Das weitere allgemeine Vorgehen zum Aufbau von Risikomanagementstrukturen wird hier beschrieben.
29. Juli 2010
Der Projektassistent im Schwerpunktbereich Serienproduktion unterstützt Sie bei dem Aufbau von Risikomanagementstrukturen in Ihrem Unternehmen. Der Schwerpunkt Serienproduktion lässt sich durch folgende Stichwörter charakterisieren:
hohe Stückzahlen, Montage-Prozesse, Erstmusterprüfung, Assembling Industries,
sternförmige Wertschöpfungsstrukturen, Änderungsmanagement, Rückrufe, Produkthaftung, Rückverfolgbarkeit, Just-in-time, Lieferantenmanagement, Qualitätssicherungsvereinbarung, Six-Sigma
Typische Branchen:
Herstellung von ( bzw. Teilen von) Konsumgütern z. B. im Bereich Automotive, Unterhaltungselektronik, Lebensmittel, Pharmazie etc.
Die wichtigsten Risiken kommen hier durch die hohen Stückzahlen zu Stande. Bei großen Stückzahlen ist der potenzielle Schaden bei Produktrückrufen schnell sehr hoch. Oft gehen die Stückzahlen der Jahresproduktion bis in den siebenstelligen Bereich, einige tausend Stück oder mehr pro Lieferung sind üblich . Dabei liegt der Wert des Einzelstücks bei Zulieferteilen oft im Centbereich. Bei der Just-in-time-Produktion hängen Produktionslinien bei den Kunden direkt von den eigenen Lieferungen ab, so dass auch im Bereich der Produktionsausfallhaftung hohe Risiken liegen.
Sie sind sich nicht sicher, ob dies der richtige Schwerpunktbereich ist? Der Analyse-Assistent unterstützt Sie bei der Analyse der Risikosituation Ihres Unternehmens. Weiter vorne in der Supply-Chain werden oft Ausgangsmaterialien für hohe Stückzahlen (z. B. Filze, Pappen, Granulate, Lacke) hergestellt, ohne dass der Bezug zum Endprodukt bekannt sein muss. Dort sind die Übergänge zum Schwerpunktbereich Kleinaufträge/Sonderanfertigungen fließend. Der Entwicklungsprozess bis zum Serienstart hat weiter hinten in der Supply-Chain hingegen meist starken Projektcharakter, besonders im Zuge der Produkt- und Prozessentwicklung vor Serienstart, so dass hier auch Elemente des Schwerpunktbereichs Projektgeschäft interessant sind.
Wir empfehlen einen Aufbau der Risikomanagement-Strukturen entsprechend dem vorgestellten Vorgehensmodell. Dieses wird hier auf der Plattform durch den Projektassistenten unterstützt. In jedem Fall ist eine Differenzierung nach einzelnen Detailprojekten notwendig, da der Risikomanagementbedarf in jedem Unternehmen unterschiedlich ist. Ziel ist letztendlich immer eine nahtlose Integration in die Geschäftsprozesse. Dazu ist zunächst der Status Quo in Ihrem Unternehmen zu bestimmen. Im Schwerpunktbereich Serienproduktion sind dies inbesondere folgende Strukturen:
- Struktur der Supply-Chain
- Verantwortung für die Lieferanten und Unterlieferanten
- Offizielle Freigabeprozesse (vor Serienstart, PPAP Production Part Approval Process / EMPB Erstmusterprüfbericht)
- Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV/QAA) mit Kunden
- Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV/QAA) mit eigenen Zulieferern
- Rollenverteilung / Kooperation in der Supply-Chain bei der Prüfplanung
- Kommunikation der Risiken (Fehlerzustand, z. B. Prozess FMEA) entlang der Supply-Chain
- Kommunikation der kritischen Anforderungen (z. B. CC und SC) entlang der Supply-Chain
- Produktionsausfallrisiken: Lieferzusagen, Lagermengen, Produktionsausfallhaftung, Notfallpläne
- Stufenübergreifende Rückverfolgbarkeit, Rückverfolgbarkeit je nach Risikosituation
- Umgang mit Standardproduktlieferanten (die nicht direkt in die Freigabeprozsse eingebunden werden können)
- Beobachtung der Produkte im Markt
Die Ergebnisse der Analyse sind hilfreich bei der Aufstellung des Zielkonzeptes für den Aufbau von Risikomanagement-Strukturen sowie der Entwicklung des Ausbreitungskonzeptes.
Folgende Good-Practice Beispiele bieten Ansatzpunkte für Detailprojekte für diesen Schwerpunktbereich:
29. Juli 2010
Einstiegsbeispiel
Vom einem Lieferanten werden Spritzgussteile bezogen. Eine Charge (30.000 Stück) wird überprüft. Es werden 60 Kartuschen entnommen und auf bestimmte Maße geprüft. Obwohl die Wareneingangsprüfung keine Abweichungen ergeben hat, gibt es mit einer Charge im Produktionsprozess Schwierigkeiten. Es stellt sich heraus, dass ungefähr, jedes 6. Stück betroffen ist. …
Fortfahren 21. April 2010
Jedes produzierende Unternehmen führt bestimmte Prüfungen durch. Unterscheiden kann man dabei prinzipiell zwischen Wareneingangsprüfungen, Inprozesskontrollen und Warenausgangsprüfungen. Eine schematische Darstellung der unternehmensübergreifenden Situation aus Sicht des Tier 2 (Zulieferer des Zulieferers) ist in der folgenden Abbildung dargestellt (zum Vergrößern klicken):

Dabei sind die Prüfungen einerseits sehr wichtig für die Qualitätssicherung. Andererseits können sie einen signifikanten Anteil an den Produktionskosten ausmachen. Daher lohnt es sich, diesen Bereich einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Besonders interessant an den Prüfungen ist, dass man die selbe Produkteigenschaft in ganz unterschiedlichen Stadien im Produktionsprozess oder unternehmensübergreifend in der Wertschöpfungskette prüfen kann. Aus Sicht des Qualitätsmanagements ist es natürlich geschickt, so schnell wie möglich zu prüfen. Vorgeschrieben ist dies jedoch nicht. Lässt sich also eine Prüfung in einem späteren Prozessschritt (ggf. auch beim Kunden) wesentlich einfacher durchführen, so spricht prinzipiell nichts gegen die Verlagerung der Prüfung. Natürlich sollte man analysieren, welche Risiken man dadurch eingeht, dass der Fehler nun eventuell erst später entdeckt wird. Eventuell könnten im Falle eines Fehlers größere Mengen/Stückzahlen betroffen sein. Auch die Kosten für die weiterarbeitenden Prozessschritte erhöhen das Ausmaß eines potentiellen Schadens.
Bei der unternehmensübergreifenden Betrachtung stößt man auf folgende typische Situationen:
- Doppelte Prüfungen
- Fehlende Prüfungen
- Falsche Stichprobenentnahme
die hier detaillierter beschrieben werden sollen:
Fortfahren 9. April 2010
Die FMEA kommt aus dem Bereich der Stückgüterindustrie. Die Produkte werden in der Regel in Form einer Serienfertigung hergestellt. Man kann die Stücke einzeln prüfen (Inprozesskontrollen, Warenausgangsprüfungen etc.) und fehlerhafte Stücke können einfach aussortiert werden. Die Fehlerraten bewegen sich dabei oft im Größenbereich von einigen ppm (parts per million), so dass die Kosten für die fehlerhaften Teile auch nicht unbedingt entscheidend sind. Die Entdeckbarkeit wird in der FMEA daher gesondert bewertet (Entdeckungsmaßnahmen, Bewertung der Entdeckbarkeit).
Dieses Vorgehen passt für einige Bereiche der Nicht-Stückgüter Industrie nur bedingt. Dazu ein Beispiel:
Fortfahren 1. März 2010
M5pLmhZt&zoG
update: 09.03.2010: Datei steht nicht mehr zum öffentlichen Download bereit

Reifegradabsicherung für Neuteile
Der Gelbdruck “Das gemeinsame Qualitätsmanagement in der Lieferkette - Produktentstehung, Reifegradabsicherung für Neuteile” ist der Entwurf der neusten Fassung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) vom 09.03.2009. Im Oktober 2009 wurde die endgültige Version veröffentlicht
Die Reifegradabsicherung geht von einem risikoorientierten Vorgehen bei der Produktentwicklung in der Lieferkette aus. Dabei kann die beschriebene Methodik sowohl vom OEM (Automobilhersteller) koordiniert und initiiert werden, als auch von anderen Partnern in der Wertschöpfungskette. Viele andere Industrien orientieren sich an den sehr strukturierten Vorgehensweise der Automobilindustrie, deswegen wird das hier beschriebene vorgehen allen Herstellern von Stückgütern in Serienfertigung empfohlen.
5. November 2009